Kategorie: Familie

Können Mädchen, die mit Puppen spielen auch Feministinnen werden?

Hätte ich als Kind schon gewusst, dass ich mich eines Tages als Feministin bezeichnen würde und dass ich Geschlechterklischees für problematisch erachte, wäre ich möglicherweise im Kindergarten nicht dauernd in der Puppenecke gewesen? Vielleicht hätte ich mich dann weniger als Prinzessin verkleidet und weniger Vater-Mutter-Kind gespielt? Im Spiel waren unsere Rollen nach dem klassischen Rollenmuster verteilt: Es gab Väter (die immer auf Geschäftsreise waren, weil sie keiner spielen wollte) und Mütter mit ihren Kindern. Wir Puppenmütter haben im Spiel unsere Kinder versorgt, gingen einkaufen, haben gekocht und gebügelt – wir taten im Grunde all das, womit eine Frau bzw. eine Mutter gesellschaftlich identifiziert wurde und immer noch wird. Wir spiegelten die Norm der gesellschaftlichen Erwartungen wider. Natürlich haben wir uns damals keine Gedanken über andere Möglichkeiten des Familienzusammenlebens gemacht, für uns gehörte es zur „Normalität“, dass es in einer „richtigen“ Familie einen Vater, eine Mutter und Kind(er) gibt – und zwar genau in dieser Reihenfolge. Und dass sich der Vater eher im Außen bewegt und die Mutter für das Innere, sprich für das Wohlergehen der Familienmitglieder, verantwortlich ist.

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4 hartnäckige Mythen über Erziehung und wie wir diese entlarven

Auf dem Markt gibt es unendlich viele Erziehungstipps von Experten (oder von solchen, die sich dafür halten), es gibt ferner etliche Erziehungsratgeber oder auch unzählige Erziehungskurse. Es werden die besten wissenschaftlich getesteten Methoden erläutert, wie Kinder richtig erzogen werden und weshalb eine gute Erziehung so wichtig ist. Erziehung sei das A und O für eine gesunde Entwicklung. Kinder benötigen feste Strukturen, ansonsten machen sie was sie wollen und tanzen uns Erwachsenen auf der Nase herum. Wenn ich solche Sätze höre, dann schüttelt es mich und ich atme tief ein und aus. Schließlich denke ich an die Pinguine des Filmes Madagaskar und sage mir: Einfach nur lächeln und winken.

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Kindheit heute – Zwischen zwei Welten

Kindheit

Tagein tagaus hetzen wir durch unseren Alltag. Alles was wir tun ist mehr oder weniger durchterminiert. Unerwartetes versetzt uns in Stress, der Zeitplan gerät durcheinander und wir müssen ihn neu organisieren. Auch die kleinen Menschen werden durchorganisiert, häufig bis ins kleinste Detail. Selbst die Entwicklungsschritte müssen planbar, voraussehbar, messbar und schließlich therapierbar sein. Anhand bestimmter Testverfahren wird die kindliche Entwicklung abgebildet und kategorisiert in „normal“ und „nicht normal“. Kinder, die in letztere Kategorie fallen, müssen selbstverständlich durch professionelle Hände wieder in die Spur gebracht werden.

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