Ein- und Ausgrenzung in Social Media

Wir haben alle die Erfahrung von Ein- und Ausgrenzung gemacht. Das schöne, warme Gefühl irgendwo dabei zu sein. Das Gefühl von Zugehörigkeit. Und auf der anderen Seite das Gefühl von Ablehnung. Das Gefühl nicht richtig zu sein.

Auch hier in Social Media machen wir diese Erfahrungen: Wer bekommt ein Like oder ein Herzchen? Wer bekommt es nicht? Wessen Beiträge werden geteilt und wessen werden ignoriert? Wer ist mit wem vernetzt und wer unterstützt hier wen?

Und natürlich können (und wollen) wir nicht alles liken und gut finden. Wir wollen auch nicht jeden Beitrag teilen, den wir vor die Nase gesetzt bekommen. Und wir wollen genauso wenig mit jedem bzw. jeder vernetzt sein. Es ist wichtig und richtig authentisch zu sein, bei sich zu bleiben. Und das bedeutet, dass ich auch nur das like, was sich für mich in diesem Moment richtig anfühlt. Oder, dass ich nur jenen Menschen folge, die ich spannend finde oder die ich mag.

Aber da gibt es noch eine andere Seite: Das Verteilen von Herzen oder von Likes, kann auch ein Machtinstrument sein. Ein Instrument, das einerseits eingrenzend und andererseits ausgrenzend wirkt. Ich kann mich zum Beispiel bewusst dazu entscheiden, bestimmten Personen keine Likes zu geben, um sie durch mein Ignorieren auf eine unterschwellige Weise zu verletzen.

Wer viele Follower*innen hat, wer viele Herzen bekommt, der*die wird in den Sozialen Medien wahrgenommen und gesehen. Es kommt häufig nicht unbedingt (oder in erster Linie) darauf an, was gepostet wird, entscheidender ist meist, wer einen Beitrag erstellt.

Ich finde es wichtig, dass wir uns diese Mechanismen bewusst machen. Dass wir über Ein- und Ausgrenzung in den Sozialen Medien sprechen und über unseren eigenen Umgang damit reflektieren.

Sandra Siehl, Sozialpädagogin mit Zusatzausbildungen u.a. in systemischer Kinder- und Jugendlichentherapie, beschäftigt sich hier auf dem Blog mit Entwicklung, Feminismus & Nachhaltigkeit.

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